journey of faith

Trilogie | Der Glaube an sich, bleibt der Glaube an sich selbst.

In den 2000er Jahren entstanden einige Kurzgeschichten/ Rohtexte die ich 2010, unter dem Namen TRILOGIE zusammengefasst, in einer passwortgeschützten Datei auf einem USB-Stick gespeichert habe. Da ich das Passwort im Laufe der Zeit vergessen hatte, konnte ich die Datei jahrelang nicht öffnen. Vor einiger Zeit habe ich den Stick wiederentdeckt und nach mehreren Versuchen gelang es mir, die Datei zu öffnen!

Der Name, TRYLOGIE, leitet sich jedoch nicht von den drei Zyklen der Textsammlung ab, sondern von der Geschichte der Wachsfarben-Zeichnung „Der Glaube” aus dem Jahre 1989! Jene Zeichnung fiel noch im Entstehungsjahr 1989, im Büro einer Künstlerin in Lahr einem Brand zum Opfer. Ein Jahrzehnt später ( 2001 ) habe ich anhand eines Polaroid Fotos eine neue Zeichnung angefertigt, die leider auch nicht die Zeit überdauert hat. Im Jahre 2008 habe ich eine dritte Version gezeichnet. Die zweite und dritte Farbzeichnungen sind keine Kopien der ersten Zeichnung. Jede der drei Zeichnungen spiegeln meinen eigenen Glauben wieder, der nie der gleiche zu sein scheint, obwohl er ewig derselbe geblieben ist – sogar über den Feuertod hinaus. Ein ähnliches Schicksal ereilte nach meinem Exodus auch einige meiner Ölgemälde auf Karton und Leinwand, die ebenfalls bei einem Brand zerstört wurden.

Die Trilogie beginnt mit den Worte eines Unwissenden der sich seiner Überheblichkeit durchaus bewusst ist.
Wäre des Lebens Rätsel lösbar, so würde ich ihr kleines Geheimnis mit der Leichtigkeit eines Unwissenden lösen, den Samen der Erkenntnis in die Herzen der Wissenden säen, und mit derer Weisheit Früchte euren Hunger stillen, euren Durst an derer Quelle Weisheit löschen. Wäre des Lebens Rätsel unlösbar, so würde ich ihr kleines Geheimnis mit der Leichtigkeit eines Ahnungslosen lösen, das Mysterium heimlich in mein Schweigen versenken, und Sie würden diese Zeilen nie lesen.

Glücklicherweise bin ich weder wissend noch unwissend, also darf ich euch hier und jetzt ohne bedenken die Entstehung der Trilogie-Geschichte erzählen.

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Manchmal lege ich den Bleistift aus der Hand, tauche der Einsamkeit Feder in meine Schwärze und schreibe Bilder in das leere Weiß der Blätter, zeichne Geschichten in die Zeit, träume Menschenträume in ihre Herzen, plauder von der Wahrscheinlichkeit des Unmöglichen aus der Sicht der möglichen Wahrscheinlichkeit, erzähle Märchen und zeuge eine Welt in der alles gleichberechtigt werden und vergehen darf.

Für den Hauch eines Wimpernschlages gestatte ich einen kleinen Spaziergang an den Ufern meines Wassers. Man darf auch gerne durch das Seichte schreiten, laufen, tanzen oder in des Strandes feuchtem Dünensand stillstehend verharren, sanft einsinken, verweilen, meiner Wellen Wörter Klang-Spiel lauschen, die eigene Fantasie in der Abendsonne Strahlen wärmen und den Sonnenuntergang mit Wünschen und Sehnsüchten beschenken.
Wenn sich die Augen am nächsten Morgen wieder öffnen wird die Nacht Ihr Geschenk an die Sonne längst vergessen haben und man wird nie wieder so nahe am Unaussprechlichen verweilen können.
Eines sollten man jedoch vermeiden; sich in des Wassers Armen hinaustreiben lassen, in den gespiegelte Sonnenuntergang hineinschwimmen, in des Meeres lockenden Sog eintauchen oder in das Abgrund Tiefe untertauchen. Man sollte die Wörter-Bilder meiner Fantasie mit gebührendem Abstand lesen, betrachten, deuten!

Mittels Beispielen, Symbolen, Metaphern wurde das hier dargestellte umschrieben. Es ist kein Geheimnis, dass manch hier gelesene ( Ideen, Gedanken, Meinungen, Ansichten ) schon irgendwann, irgendwo so ähnlich gedacht, geschrieben oder ausgesprochen wurde. Die Einmaligkeit dieser, meiner Aussagen befindet sich in des Lesers Auge im Auge der Zeit.
Man wird hier einiges auch aus dem Daoismus wiederfinden, wiedererkennen. Die daoistischen Sammlungen literarischer Texte der chinesischen Philosophen und Dichter, Lǎozǐ ( Daodejing ), Zhuāngzǐ ( Nánhuājīng / Das wahre Buch vom südlichen Blütenland ), sowie Lièzǐ ( Chōngxū Yhēnjīng / Das wahres Buch vom quellenden Urgrund ) ermöglichten mir meine Gedanken Welt zu verstehen, in Worte zu fassen, auszusprechen.
Ich habe zwar einiges gelesen aber glücklicherweise weniges behalten. Keine der vielen Denkrichtungen habe ich vertiefen wollen, was ich im Nachhinein nicht bereute. Mein Geist ist frei vom Wissen der Wissenden, auch wenn meine Neugier in manch eine Gedankenküche reingeschnuppert hat. Die Fuzzylogik finde ich nicht nur wegen ihrer Unschärfe interessant.
Logik kann auch ein Anker sein, mit dessen Hilfe man in ruhigen sowie stürmischen Zeiten das eigene Denken begründen, absichern, anbinden, festketten möchte und vergisst dabei, dass so der eigenen Phantasie oft keine Möglichkeit bleibt, in die offenen Tiefen, der uns angeborenen infantilen Fiktion, hinauszutreiben.

Geschichte im Auge der Zeit hat mich seit jeher fasziniert. Ägyptische Mythologie ( Isis- und Osiriskult ) ist mir nicht fremd. Aus diesem Grund tauchen in meinen Zeichnungen auch Symbole aus dieser Gedankenwelt auf. Dem fernöstlichen Drachen bin ich vor längerer Zeit begegnet und habe ihn mir instinktiv einverleibt. Könnte auch sagen: Der fernöstliche Drache ist mir vor langer Zeit begegnet und hat mich einverleibt.
Das Spiel der Illusion ( illudere – ludere – spielen ) mit Formen und Farben ist mir vertraut.

Die Textsammlung TRILOGIE besteht aus drei Zyklen: dem Bilderzyklus, dem Bäumezyklus und dem Drachenzyklus.
Die Kurzgeschichten der ersten beiden Zyklen entstanden gemeinsam mit den jeweiligen Zeichnungen. Die Illustrationen/ Fotos zu den Drachentexten sind neueren Datums. Die 34 Zeichnungen der ersten beiden Zyklen existieren nicht mehr, abgesehen von ein paar, die ich verschenkt hatte. Ursprünglich bestand der Bäumezyklus aus über 60 Bleistiftzeichnungen.

Der Bilder- Bäume- und Drachenzyklus wurde auf DIN A2 Zeichenpapier gezeichnet.
Den Bilderzyklus ( Frühjahr-Sommer 2008 ) entstand vorwiegend Nachts begleitet von der Musik Beethovens. Die „Waldstein-Sonate“ hat mich in fast allen Bildern inspiriert. Zur Abwechslung habe ich manchmal Chopin und Mozart gehört.
Der Bäumezyklus ( Sommer-Herbst 2008 ) zeichnete ich in der Parkanlagen Solitude unter Einwirkung purer Yang Musik. Hardrock vom feinsten, laut und wild. Zwischendurch sind auch Kodo Rhythmen von Tataku in die letzten Bilder eingeflossen. Ich spreche hier nicht von Musik Kultur sondern von Yin und Yang.
Der Drachenzyklus ( 2008-2010 ) ist meiner gelebten Fantasie entsprungen.

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 TRILOGIE
Der Glaube an sich, bleibt der Glaube an sich selbst

BILDERZYKLUS ( Zehn Bilder-Geschichten )
Der Vogel
Der Kelch
Der Traum
Das vierte Bild
Horus, Die goldene Pforte
Horus, Anch das Lebenskreuz
Der Falke
Der Drachenfelsen
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Exitus

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BÄUMEZYKLUS ( Vierundzwanzig von vierzig Bilder-Geschichten )

Drachenzeit
Der Tod und der Baum
Der Waldläufer
Der Australier
Déjà vu
Nichts
Der Schlossbaum/1
Jadelicht
Die weise Dame
Die Hundeherrin
Der wissende Tamile
Der Morgen Qi Baum
Regenzeit
Der Schlossbaum/2
Baumgeschichten
Menschenbaum
Rückblick
Kinderaugen
Der Drachensee
Der Schlossbaum/3
Der Feenbaum
Blätterreise
Krähenwiese
Herbstzeit

* * *

DRACHENZYKLUS ( Vierundzwanzig Bilder-Geschichten )

Also
Drachenperle
Die Libelle
Café Noir und weiße Blüten
Nebel QiGong
Schneesturm QiGong
Lǐ Bái und meine Drei Worte
Lǐ Bái in einer stillen Nacht
Atemblume QiGong
Teeschalen QiGong
Das Geheimnis der drei Wünsche
Die Asterismus Quelle
Trostlos unter Wolken
Das unsichtbare Flügeltropfen Bild
Rosenweg
Der Paradiesvogel
Wortlos
Drachengold
Wiederkehr
Labyrinth
Das Wiegen des Herzens
Die Pforte
Wolfsaugen
Der Prozess

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Die TRILOGIE ist weder ein Buch noch ein Sammelsurium an Weisheiten.
Sie ist kein Weg, also nicht begehbar und auch kein Ziel, also nicht erreichbar, und auch nicht erstrebenswert!
Sie lehrt nicht und sie erklärt nicht. Sie lockt nicht und verführt nicht, auch wenn manchmal ( lesend oder in der Reflexion ) der Eindruck entstehen könnte, ihre Gedanken seien aus irgend einem Druckwerk, Predigerbuch abgeschrieben oder abgeleitet worden!
Diese Geschichte, die scheinbar schreibend sich selbst geschrieben hat, beschreibt einen der vielen möglichen Wege zu sich selbst. Der Widerspruch in meiner Gedankenwelt spiegelt den Widerspruch der realen Welt. Wie jede unvollendete Geschichte hat auch diese kein Ende. Sie schreibt mich einfach weiter und weiter!
Manchmal genügt das Gefühl der Gewissheit, des anderen Wunschträume erfüllen zu können. Was bleibt? Der Zweifel und die Gewissheit das Unerreichbare leben zu können!

信言不美,美言不信
(xìn yán bù měi, měi yán bú xìn)
Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr
Dao De Jing, Kap. 81

Ach ja, „Wäre des Lebens Rätsel lösbar so würde ich…“
Vor langer Zeit gab mir ein lieber und weiser Mensch folgende Wörter mit auf den Weg:
„Sohn, schau hinauf zu den Sternen und schau hinunter in deine Hand, das unermesslich Große, sichtbare und unsichtbare dort oben sowie das winzig kleine unsichtbare und unteilbare in deiner Handfläche, sie sind beide das Gleiche und gleichzeitig das Selbe. Sie sind eins!“

Ich glaube er wollte mir sagen: das Universum in all seinen Erscheinungsformen ist ein Fraktal.
Taucht man in den TRILOGIE-Zyklus ein, wird diese Fraktal Struktur sichtbar. Jeder Zyklus, jedes Kapitel, jedes Bild, jeder Absatz, jede Zeile (und auch Wort) ist ein Spiegelbild ein und derselben Botschaft, die eigentlich mit einer Handvoll Perlen/ Wörter gezeichnet wurde: Zeit – Raum – Sehnsucht – Liebe – Demut – Trauer. Taucht man in diese Wörter-Bilder ein so entsteht diese Geschichte.

Die Zeit wird meine Bilder gnadenlos verschlingen,
doch ein leises, unergründliches sanftes Rauschen,
Echo meiner Wörter / Bilder wird in euren Herzen,
in Resonanz mit Daos Klängen, weiter mitschwingen.

TRILOGIE | Amadeo, Oktober 2010

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